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Diabetes mellitus – Spätfolgen
Begleitende Erkrankungen und Spätfolgen bei Diabetes mellitus sind Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose, Schlaganfall und Herzinfarkt, Nervenstörungen und der diabetische Fuß. Spätfolgen sind
Diabetes mellitus Typ 1 – Herzinfarkt
Der Erkrankungsverlauf bei Diabetes mellitus wird im Wesentlichen durch die Schäden an den großen und mittleren Arterien bestimmt. Diese Makroangiopathie (Makro = groß, Angiopathie = Gefäßerkrankung) entspricht dem Bild der Arteriosklerose, die praktisch jeden Menschen im Alter betrifft. Allerdings erkranken Diabetiker früher und häufiger daran. Häufig und gefährlich: der Herzinfarkt Sind die Herzkranzgefäße von der Makroangiopathie betroffen, droht ein Herzinfarkt, an dem immer noch 55 Prozent der Diabetiker sterben. Die Beschwerden, die einem solchen Ereignis in der Regel vorangehen, wie Brennen, Enge- oder Druckgefühl hinter dem Brustbein, sind beim Diabetiker wegen der begleitenden Nervenschädigungen oftmals nur gering ausgeprägt. Das Risiko für eine koronare Herzerkrankung (KHK) und einen Herzinfarkt steigt sowohl für Typ-1- als auch für Typ-2-Diabetiker mit der Dauer der Diabeteserkrankung. Dabei haben männliche Diabetiker gegenüber der Normalbevölkerung ein vierfach erhöhtes Risiko, Diabetikerinnen sogar ein sechsfach erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Neueren Untersuchungen zufolge scheint es auch bereits bei Nüchtern-Glukose-Werten zwischen 100 und 126 mg/dl für Nicht-Diabetiker sinnvoll zu sein, ihren Lebensstil zu ändern, um die Blutzuckerwerte zu senken. Offensichtlich ist bereits auch in diesem Blutzuckerbereich das KHK-Risiko erhöht. Im Gehirn führt die Gefäßerkrankung bei jedem zehnten Diabetiker zu einem Schlaganfall. Schließlich können die größeren und mittleren Blutgefäße der Beine eingeengt oder sogar verschlossen sein. Dabei treten oft typische Beschwerden in Form von Schmerzen in der Wade oder auch im Oberschenkel auf, die zum Stehenbleiben zwingen und der Erkrankung den Namen „Schaufensterkrankheit“ (periphere arterielle Verschlusskrankheit, PAVK) gegeben haben. Diese Erkrankung tritt bei jedem fünften Diabetiker auf. Auch hier können Schmerzen als Warnsignal fehlen. Weitere Risikofaktoren Neben Diabetes mellitus gibt es noch weitere Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen wie Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte. Die Kombination mehrerer Risikofaktoren vervielfacht die Gefahr, dass sich die Blutgefäße arteriosklerotisch verändern. Es lohnt sich daher insbesondere für Diabetiker, jeden einzelnen Risikofaktor anzugehen und nach Möglichkeit auszuschalten. Für Sie als Diabetiker ist es wichtig, frühzeitig Arteriosklerose oder Herzinfarkt vorzubeugen. Nehmen Sie deshalb alle Untersuchungstermine wahr, die Sie mit Ihrem Arzt im Gesundheits-Pass Diabetes festgehalten haben.
Diabetes mellitus Typ 1 – Metabolisches Syndrom
Die für Diabetes mellitus Typ 2 charakteristische Insulinresistenz kann häufig bei übergewichtigen Personen mit Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten beobachtet werden. Die Kombination von Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und gestörtem Glukose-Stoffwechsel wird als metabolisches Syndrom oder auch Wohlstandssyndrom bezeichnet. 20 bis 30 Prozent der Deutschen sind vom metabolischen Syndrom betroffen. Viele davon entwickeln bereits früh Schäden an den Blutgefäßen und tragen ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Menschen mit starker erblicher Belastung für Diabetes mellitus Typ 2 sollten daher regelmäßig auf Gefäßkomplikationen hin untersucht werden, Menschen aus Familien mit hohem Blutdruck auf das Vorhandensein eines Diabetes mellitus Typ 2. Das Bauchfett Bei der Entstehung der genannten Erkrankungen kommt dem Fettgewebe eine wichtige Rolle zu: Es ist nicht nur Energiespeicher, sondern wirkt als Organ, das verschiedene Botenstoffe produziert. Insbesondere das Bauchfett setzt Botenstoffe frei, die chronische Entzündungen hervorrufen und somit die Entstehung von Arteriosklerose begünstigen können. Außerdem vermindert es die Insulinwirkung und fördert so die Entstehung von Diabetes mellitus. Schließlich werden im Bauchfett auch Substanzen gebildet, die die Blutgerinnung und den Blutdruck beeinflussen können. Einer Untersuchung zufolge scheint ein von Fettzellen freigesetztes Protein eine zentrale Rolle bei der Entstehung der Insulinresistenz zu spielen. Dieses Retinol-binding Protein 4 (RBP4) könnte in Zukunft vielleicht als Marker das Auftreten von Typ-2-Diabetes vorhersagen und die Wirksamkeit vorbeugender Maßnahmen messen.
Abnehmen – Übergewicht/Folgeerkrankungen
Übergewicht fördert die Entstehung zahlreicher Folgeerkrankungen – zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Schlaganfall und Fettstoffwechselstörungen. Abnehmen kann dieses Risiko
Alter/Sexualität – Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Bei sexueller Aktivität steigen Herzfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffverbrauch. Kurz nach einem Infarkt oder Schlaganfall ist Geschlechtsverkehr tabu. Auch Psyche und Medikamente können die
Wechseljahre – Rauchen
Rauchen in den Wechseljahren (Klimakterium) lässt das Risiko für Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall um das Dreifache steigen. In den Wechseljahren erhöht Rauchen außerdem das
Kardiomyopathie – Hypertrophische Kardiomyopathie
Bei der hypertrophischen Kardiomyopathie ist der Herzmuskel der linken Herzkammer und der Kammerscheidewand vergrößert. Bei einigen Patienten wird durch die Verdickung der Herzinnenraum sehr stark eingeengt. Meist wird die Erkrankung vererbt. Deshalb müssen Familienangehörige eines Patienten mit dieser Krankheit unbedingt ebenfalls untersucht werden. Wandverdickung oft verantwortlich für Herztod bei jungen Sportlern Die vererbte hypertrophische Kardiomyopathie entwickelt sich schon im Jugendalter und bleibt meist lange Jahre unbemerkt. Verstirbt ein junger Sportler plötzlich am Herztod, so ist dafür meist eine solche, bis dahin unerkannte Kardiomyopathie verantwortlich. Häufigkeit Frauen und Männer sind gleich häufig betroffen. Inzwischen findet sich die Erkrankung aber nicht mehr nur bei jungen Sportlern, sondern kommt immer öfter auch bei älteren Menschen vor. Starke Belastung ist gefährlich Die große Gefahr der Krankheit zeigt sich meist erst unter starker Belastung. Der verdickte Herzmuskel kann zwar noch genügend Blut befördern, um den belastungsbedingten Sauerstoffmehrbedarf zu decken. Allerdings gelingt es der verdickten Herzwand nicht mehr, sich zwischen den einzelnen Pumpaktionen ausreichend zu entspannen. Zudem nimmt paradoxerweise die Einengung der Herzhöhle nach Belastungsende plötzlich zu, so dass kaum noch Blut befördert wird und das Herz stehen bleibt. Untypische Beschwerden Der Arzt kann eine solche Kardiomyopathie nicht sofort anhand der Beschwerden erkennen – dazu sind sie zu uncharakteristisch. Luftnot bei Belastung, gelegentliches Herzklopfen oder Herzschmerzen treten nämlich auch bei vielen anderen Herzerkrankungen auf. Bei der Untersuchung hört der Arzt mit dem Stethoskop ein deutliches Herzgeräusch, im EKG sind ebenfalls unspezifische Zeichen einer Herzkrankheit zu sehen. Wichtigstes diagnostisches Hilfsmittel ist die Echokardiografie. Mit ihrer Hilfe beurteilt der Arzt, wie dick der Herzmuskel ist und wie stark der Blutstrom behindert wird. Therapie: Medikamente unterstützen das Herz Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden und danach, wie stark der Herzmuskel geschädigt ist. Bei manchen Patienten genügen Medikamente wie Betablocker und Kalziumkanal-Blocker. Bei Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern ist eine medikamentöse Embolieprophylaxe mit Gerinnungshemmern Pflicht, um beispielsweise einem Schlaganfall vorzubeugen. Mini-Defibrillator rettet Leben Bei Patienten, die vom plötzlichen Herzversagen bedroht sind, wird ein interner Mini-Defibrillator eingepflanzt. Er gibt im Falle eines Herzstillstandes gezielte Stromstöße ab, die das Herz zum Schlagen anregen. Schonende Therapie mittels Herzkatheter Bis vor wenigen Jahren konnte diesen Patienten am besten mit einer Herzoperation, bei der die einengende Wandverdickung entfernt wurde, geholfen werden. Inzwischen hat sich die schonende, herzkathetergestützte Verödung des einengenden Muskelwulstes als Behandlungsmethode durchgesetzt. Ist die hypertrophische Kardiomyopathie sehr ausgeprägt und helfen die herkömmlichen Behandlungsmethoden nicht, kann ein Spenderherz eingepflanzt werden. Allerdings ist die Wartezeit auf ein Spenderherz in Deutschland sehr lang.
PAVK – Stadien, Therapie und mehr
Symptomen der Schaufensterkrankheit (PAVK) sind Schmerzen in den Beinen, vor allem beim Gehen. Diese Verschlusskrankheit erhöht aber das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall, denen fast immer
Brunnström-Methode
von einer Amerikanerin entwickelter krankengymnastischer Ansatz zur Rehabilitation von Schlaganfallpatienten mit besonderer Berücksichtigung unbewusster Mitbewegungen von Körperteilen sowie der
amnestische Aphasie
Sprachstörung mit Wortfindungsstörungen und Satzabbrüchen bei ansonsten weitgehend erhaltenem Sprachfluss und Sprachverständnis; kommt bei Schlaganfällen häufiger besonders in der Rückbildungsphase vor